Was tun bei Akne?

Akne, medizinisch Acne vulgaris genannt, ist eine entzündliche Hauterkrankung der Talgdrüsen und Haarfollikel. Sie betrifft vor allem Jugendliche während der Pubertät, wenn die Talgdrüsen übermäßig viel Talg produzieren. Akne tritt jedoch nicht selten auch bei Erwachsenen auf und gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen. Lesen Sie unseren Artikel über Akne von der Dermatologin MUDr. Jana Povalová mit Tipps und fachlichen Empfehlungen zur richtigen Pflege von zu Akne neigender Haut.


Wie äußert sich Akne?

Charakteristisch für Akne ist die Entstehung von Komedonen sowie verschiedenen Papeln und Pickeln, die mitunter auch mit Eiter gefüllt sein können. Diese Hautveränderungen treten nicht nur im Gesicht auf, sondern häufig auch an Rücken, Schultern, Hals und Brust. Akne gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen und betrifft vor allem Jugendliche während der Pubertät, tritt jedoch nicht selten auch bei Erwachsenen auf. Unbehandelte Akne kann dauerhafte Folgen in Form lebenslang sichtbarer Narben hinterlassen.

Welche Faktoren beeinflussen die Entstehung von Akne?

Nach heutigem Kenntnisstand spielt bei der Entstehung von Akne die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle, und ein familiär gehäuftes Auftreten von Akne ist relativ häufig. Zu den häufigsten Ursachen gehört außerdem eine erhöhte Talgproduktion in den Talgdrüsen, die hormonell reguliert wird und insbesondere während der Pubertät infolge hormoneller Veränderungen deutlich zunimmt. Das Ausmaß der erhöhten Talgproduktion steht dabei mit dem Schweregrad der Akne in Zusammenhang.

Eine Verschlechterung kann auch durch Veränderungen der mikrobiellen Hautflora und eine vermehrte Besiedlung mit Bakterien wie Propionibacterium acnes oder Staphylococcus epidermidis begünstigt werden. Weitere Faktoren, die Akne verschlimmern können, sind ein ungesunder Lebensstil und die damit verbundene Ernährung, bestimmte Medikamente, Umwelteinflüsse und nicht zuletzt auch Stress.

Unterschiedliche Formen der Akne

Akne kann sich auf unterschiedliche Weise äußern. Je nach vorherrschendem Erscheinungsbild auf der Haut unterscheidet man verschiedene Formen. Beim komedonalen Typ sind vor allem offene (schwarze) und geschlossene (weiße) Komedonen sichtbar. Dabei handelt es sich um die leichteste Form der Akne. Verschlechtert sich der Hautzustand und entstehen Papeln oder eitrige Pusteln, spricht man von einer papulopustulösen Akne. Unbehandelt kann diese Form bereits kleine eingesunkene Narben hinterlassen. Eine schwerere Form ist die noduläre Akne, die durch feste, schmerzhafte Hautveränderungen mit eitrigem Sekret gekennzeichnet ist. Größere entzündliche Hautveränderungen können zur Narbenbildung führen. Akne betrifft vor allem Hautregionen mit einer hohen Dichte an Talgdrüsen – Gesicht, Rücken, Brust und manchmal auch die Schultern.

Wie pflegt man zu Akne neigende Haut?

Zu Akne neigende Haut benötigt eine besondere Pflege. Eine leichte Form der Akne mit Komedonen lässt sich auch zu Hause durch die richtige Hautpflege und die Verwendung geeigneter Produkte gut in den Griff bekommen. Besonders wichtig ist die regelmäßige Reinigung der Haut zweimal täglich. Zur Reinigung können verschiedene Reinigungsgels gegen Akne oder Reinigungsschäume verwendet werden, die speziell für zu Akne neigende Haut entwickelt wurden. Auch Schwefelseife kann ausprobiert werden. Tragen Sie das milde Reinigungsprodukt mit den Fingerspitzen auf und reinigen Sie die Haut einige Minuten lang mit sanften kreisenden Bewegungen. Wichtig ist die Verwendung hautschonender Produkte, insbesondere solcher, die keinen Alkohol enthalten. Spülen Sie die Haut grundsätzlich mit lauwarmem Wasser ab und nicht mit heißem Wasser, da dieses entzündliche Prozesse in der Haut fördern kann. Anschließend sollte die Haut mit einer geeigneten Feuchtigkeitscreme gepflegt werden, die die Poren nicht verstopft, also nicht komedogen ist.

Bei guter Verträglichkeit können auch Produkte mit schwefelhaltigem Thermalwasser und Schwefel in die tägliche Pflegeroutine integriert werden. Sie wirken beruhigend und können zudem die Talgproduktion reduzieren. Dank seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften unterstützt Schwefel außerdem die gründliche Reinigung der Haut. Auch ein gesunder Lebensstil spielt eine wichtige Rolle. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag hinweg ist von großer Bedeutung. Achten Sie daher darauf, genügend zu trinken. Gleichzeitig sollte auch die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt werden. Hierfür eignet sich beispielsweise schwefelhaltiges Thermalwasser als Spray.

In manchen Fällen kann eine Reduzierung des Konsums von Zucker, Alkohol und Milchprodukten zu einer Verbesserung der Akne beitragen. Häufiges Berühren der Haut während des Tages kann hingegen neue Entzündungen begünstigen. Lassen Sie Ihrer Haut Zeit, auf natürliche Weise abzuheilen, und drücken Sie Pickel niemals aus. Das Ausdrücken verlängert in der Regel lediglich den Heilungsprozess und erhöht das Risiko für Aknenarben. Es trägt weder zu einer schnelleren Heilung noch zu einer gesünderen Haut bei. Vergessen Sie in den Sommermonaten außerdem nicht, Ihre Haut vor der Sonne zu schützen und einen geeigneten Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor zu verwenden.

Bei einer Verschlechterung sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen

Wenn sich Ihre Akne weiterhin verschlechtert und auch Ihr Selbstbewusstsein beeinträchtigt, zögern Sie nicht, einen Hautarzt aufzusuchen. Dieser kann eine geeignete Therapie festlegen, um den Hautzustand zu verbessern. Da es sich bei Akne um eine chronische Erkrankung handelt, ist Geduld besonders wichtig. Ein sichtbarer Behandlungserfolg zeigt sich häufig frühestens nach einem Monat. Die Aknetherapie lässt sich grundsätzlich in lokale, systemische und physikalische Behandlungsmethoden unterteilen. Zum Einsatz kommen verschiedene Präparate und verschreibungspflichtige Medikamente mit entzündungshemmender, komedolytischer, antibakterieller und talgregulierender Wirkung. Bei leichteren Formen werden unter anderem topische Retinoide und Antibiotika, Benzoylperoxid sowie Azelainsäure eingesetzt. Bei schwereren Formen mit ausgeprägten entzündlichen Hautveränderungen kann eine systemische Therapie mit entzündungshemmend wirkenden Antibiotika erforderlich sein, die häufig über einen längeren Zeitraum verabreicht werden. In der Praxis wird oftmals eine Kombination aus lokaler und systemischer Therapie eingesetzt. Zu den physikalischen Behandlungsmethoden gehört insbesondere die Lichttherapie, die in dermatologischen Praxen durchgeführt werden kann. Sämtliche dieser Therapieformen gehören in die Hände eines erfahrenen Dermatologen. Die Prognose bei Akne ist in der Regel gut. Sie hängt jedoch vom Ausmaß und Schweregrad der Erkrankung sowie davon ab, wie frühzeitig eine geeignete Behandlung begonnen wird.

MUDr. Jana Povalová