Schuppen im Haar? So pflegen Sie Ihre Kopfhaut richtig

Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem und treten bei Männern häufiger auf. Dabei lösen sich kleine Hautschüppchen von der Kopfhaut, weil vermehrt abgestorbene Hautzellen abgestoßen werden. In der Regel sind Schuppen weder gesundheitlich bedenklich noch ansteckend, werden jedoch häufig aus ästhetischen Gründen als störend empfunden. Bei ausgeprägter Schuppenbildung kann die richtige Pflege der Kopfhaut besonders wichtig sein. Worauf Sie dabei achten sollten, erklärt die Dermatologin MUDr. Jana Povalová in unserem Artikel.


Gesunde Kopfhaut – die Basis für gesund aussehendes Haar

Schuppen entstehen nicht durch mangelnde Hygiene. Sie können jedoch deutlicher sichtbar werden, wenn die Haare nicht regelmäßig gewaschen werden. Auch ungeeignete Haarpflegeprodukte oder unzureichendes Ausspülen können die Kopfhaut belasten und eine verstärkte Schuppenbildung begünstigen.Daneben gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die eine Rolle spielen können. Dazu zählen Stress, kaltes Wetter in den Wintermonaten, trockene Kopfhaut, eine unzureichende Versorgung mit bestimmten Vitaminen und Spurenelementen wie Zink und Selen, das Geschlecht sowie eine erhöhte Talgproduktion bei fettiger Kopfhaut. Schuppen können außerdem als Begleiterscheinung verschiedener Hauterkrankungen auftreten, beispielsweise bei Psoriasis vulgaris, Ekzemen, seborrhoischer Dermatitis oder Pilzinfektionen. In solchen Fällen ist eine fachärztliche Abklärung durch einen Dermatologen bzw. eine Dermatologin ratsam.

Trockene oder fettige Hautschüppchen und eine juckende Kopfhaut gehören zu den typischen Anzeichen. Die Schuppen sammeln sich häufig im Haar und auf den Schultern. Im Herbst und Winter, wenn die Luft trockener ist, können sie verstärkt auftreten. Auch Stress kann dazu beitragen, dass die Beschwerden deutlicher wahrgenommen werden. Begleitend kann es außerdem zu Rötungen und gereizter Kopfhaut kommen. Solche Reaktionen können unter anderem durch bestimmte Produkte ausgelöst werden. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden sollte auch eine mögliche Kontaktdermatitis ärztlich abgeklärt werden.

Was kann man bei Schuppen tun? Bei leichter Schuppenbildung empfiehlt es sich zunächst, auf eine regelmäßige und schonende Reinigung der Kopfhaut zu achten. Beim Haarewaschen kann der Kopf sanft mit dem Shampoo massiert werden, um überschüssigen Talg und abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen. Bleibt die Schuppenbildung bestehen oder wird sie stärker sichtbar, kann ein speziell für schuppige Kopfhaut entwickeltes Shampoo sinnvoll sein. Wie häufig ein solches Produkt verwendet werden sollte, hängt von den individuellen Bedürfnissen der Kopfhaut und vom jeweiligen Produkt ab. Manche Menschen bevorzugen dabei Pflegeprodukte mit ausgewählten natürlichen Inhaltsstoffen. Wichtig ist vor allem eine regelmäßige, auf den Zustand der Kopfhaut abgestimmte Pflege.

Produkte für Haare und Kopfhaut sind in verschiedenen Formen erhältlich, beispielsweise als Lösungen, Schäume, Gele, Sprays oder Öle.Daneben gibt es spezielle medizinische Shampoos mit Wirkstoffen, die bei ausgeprägter Schuppenbildung eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Präparate mit Zinkpyrithion oder Selendisulfid. Weitere medizinische Produkte können Teer, Salicylsäure oder Ketoconazol enthalten. Je nach Wirkstoff verfolgen sie unterschiedliche dermatologische Behandlungsansätze. Bei medizinischen Shampoos sollten die jeweiligen Anwendungshinweise beachtet und bei Unsicherheit Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden.

Für die kosmetische Pflege schnell fettender und zu Schuppen neigender Kopfhaut können auch Shampoos mit Schwefel eine geeignete Wahl sein. Bei empfindlicher, gereizter oder zu Juckreiz neigender Kopfhaut können zudem milde Pflegeshampoos mit Wasser aus schwefelhaltigen Thermalquellen verwendet werden. Sie eignen sich für eine sanfte Reinigung und eine auf die Bedürfnisse empfindlicher Kopfhaut abgestimmte Pflege. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Hinweise auf der Verpackung sorgfältig zu lesen und die jeweiligen Anwendungsempfehlungen des Produkts zu beachten. 

Damit sich Schuppen nicht übermäßig ansammeln, ist eine regelmäßige und geeignete Pflege der Kopfhaut besonders wichtig. Die Haare sollten schonend, nicht mit zu heißem Wasser und mit einer zur Kopfhaut passenden Haarkosmetik gewaschen werden. Auch gründliches Ausspülen der Pflegeprodukte gehört zu einer guten Haar- und Kopfhautpflege. Bei leichter Schuppenbildung ist in vielen Fällen kein Besuch beim Dermatologen erforderlich. Bleiben die Beschwerden jedoch trotz geeigneter Pflege bestehen, verschlimmern sie sich oder treten deutliche Rötungen, Entzündungen oder starke Krustenbildung auf, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Ein Dermatologe bzw. eine Dermatologin kann die Ursache abklären und bei Bedarf eine geeignete Behandlung empfehlen.

Gesunde Kopfhaut – die Basis für gesund aussehendes Haar.

MUDr. Jana Povalová