Die Wirkung von Schwefel bei Dermatosen im Gesicht

Die Gesichtshaut ist täglich unterschiedlichsten Umwelteinflüssen ausgesetzt. Diese können chemischer, physikalischer oder mikrobieller Natur sein und sich negativ auf unsere Haut auswirken – insbesondere dann, wenn im Gesicht bereits eine chronische Dermatose besteht. Wie man Haut, die von verschiedenen Hautproblemen betroffen ist, richtig pflegt, haben wir die Dermatologin MUDr. Jana Povalová gefragt.


Zu den Hautproblemen im Gesicht gehört eine breite Gruppe von Dermatosen – von allgemein bekannten bis hin zu selteneren Erkrankungen. Zu den typischen und häufigsten Dermatosen im Gesicht zählen Akne, Rosazea, periorale Dermatitis und seborrhoische Dermatitis. Häufig sind gerade äußere Einflüsse Auslöser dieser Erkrankungen und können zudem zu einem hartnäckigen Verlauf der Hautprobleme im Gesicht beitragen.

WAS TUN BEI AKNE?

Wie ich bereits in einem eigenen Artikel über Akne erwähnt habe, benötigt zu Akne neigende Haut eine besondere Pflege. Eine leichte Form der Akne mit Mitessern lässt sich auch zu Hause durch die richtige Hautpflege gut in den Griff bekommen. Auch die richtige Wahl der Kosmetikprodukte ist eine wichtige Ergänzung bei der Behandlung von Akne.

Wichtig ist eine sanfte und schonende Reinigung der Haut mit nicht komedogenen und nicht reizenden Reinigungsprodukten. Verwenden Sie milde Produkte, insbesondere solche, die keinen Alkohol enthalten. Bei guter Verträglichkeit können auch Produkte gegen Akne mit schwefelhaltigem Thermalwasser und Schwefel in die tägliche Pflegeroutine integriert werden. Sie wirken beruhigend und können zudem die Talgproduktion reduzieren. Dank seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften unterstützt Schwefel außerdem die gründliche Reinigung der Haut. Zur Reinigung eignet sich beispielsweise eine Schwefelseife.

PERIORALE DERMATITIS

Eine weitere sehr häufige Dermatose ist die periorale Dermatitis. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die durch kleine bis mittelgroße rote Papeln auf geröteter und mitunter schuppiger Haut gekennzeichnet ist. Typische betroffene Bereiche sind das Kinn, wobei die Haut unmittelbar um die Lippen meist ausgespart bleibt, sowie die Nasolabialfalten. Manchmal treten Juckreiz, Brennen oder ein Spannungsgefühl der betroffenen Haut auf.

Ein häufiges Problem bei akuten Beschwerden ist die Unverträglichkeit bestimmter Darreichungsformen der lokalen Therapie. Hier ist die Kommunikation zwischen Patient und Arzt besonders wichtig. Es gilt, Geduld zu bewahren und sich bewusst zu machen, dass die Behandlung langfristig angelegt ist.

Entscheidend ist, dass der Patient keine Produkte mehr verwendet, die eine periorale Dermatitis auslösen oder verschlimmern könnten. Auf lokale Kortikosteroide und fluoridhaltige Zahnpasta sollte verzichtet und sämtliche Kosmetik einschließlich Make-up vorübergehend abgesetzt werden. Zu Beginn sind bei akuten Beschwerden austrocknende Umschläge geeignet. Bei den äußerlich anzuwendenden Produkten haben sich in der Regel Pflegecremes mit Schwefel bewährt, die dank ihrer antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften zur Verbesserung des Hautzustands beitragen können.

LEIDEN SIE UNTER ROSAZEA?

Rosazea ist ebenfalls eine sehr häufige entzündliche Erkrankung, die vor allem die zentrale Gesichtsregion betrifft. Sie kommt bei beiden Geschlechtern vor, betrifft jedoch häufiger Frauen. Die Erkrankung kann durch zahlreiche äußere Einflüsse verschlimmert werden, insbesondere durch Faktoren, die eine verstärkte Durchblutung des Gesichts fördern. Dazu gehören beispielsweise heiße Getränke, scharfe und stark gewürzte Speisen, Alkohol, Temperaturschwankungen sowie Sonneneinstrahlung.

Ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung ist die langfristige Vermeidung oder zumindest Minimierung aller möglichen auslösenden Faktoren sowie die Verwendung geeigneter Dermokosmetik. Bei Rosazea ist die positive Wirkung von schwefelhaltigen Präparaten aufgrund ihrer keratolytischen und antimykotischen Eigenschaften bekannt. Schwefel wirkt außerdem hemmend auf die Haarbalgmilbe (Demodex folliculorum), die laut neueren Studien in nicht unerheblichem Maße an der Entstehung und Verschlimmerung der Rosazea beteiligt ist.

SEBORRHOISCHE DERMATITIS

Nicht zuletzt ist auch die seborrhoische Dermatitis erwähnenswert. Sie betrifft vor allem Bereiche mit einer hohen Dichte an Talgdrüsen. Neben dem Gesicht können daher auch andere talgdrüsenreiche Regionen wie die Kopfhaut, der Brustbereich oder die Achselhöhlen betroffen sein.

Typisch für die seborrhoische Dermatitis ist die Bildung gelblicher, fettiger Schuppen auf gerötetem Hautgrund, insbesondere auf der Kopfhaut, in den Augenbrauen oder in ausgeprägten Gesichtsfalten. Zur Vorbeugung eignet sich die Verwendung von Schwefelseife oder eines Shampoos mit Schwefel zur Reinigung. Auch schwefelhaltige Pflegecremes eignen sich zur regelmäßigen Hautpflege.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Leichtere Formen von Dermatosen im Gesicht lassen sich durch die richtige Hautpflege und die Verwendung geeigneter Dermokosmetik häufig auch zu Hause gut in den Griff bekommen. Wenn die Beschwerden jedoch anhalten oder sich verschlimmern, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen, um die Erkrankung diagnostizieren und eine geeignete Behandlung einleiten zu lassen.

MUDr. Jana Povalová